Archiv für den Monat: Februar 2016

Kompetenzen zur Steuerung des Coaching-Prozesses

von Claas Triebel & Jutta Heller: Qualität im Coaching: Denkanstöße und neue AnsätzeIn der populären Coaching-Literatur überwiegen normative Beschreibungen von Kompetenzen im Sinne von Tugenden, allgemeinen Erwartungen oder Anforderungen. Diese Anforderungen werden zumeist idealisierend zeitlos sowie kontextfrei exemplifiziert – mittels allgemeiner Phasenmodelle und vom Kontext abstrahierenden Fokussierungen auf das Individuum in der heimeligen 1:1-Coaching-Sitzung.

Solche Konzeptionen greifen eindeutig zu kurz, habe ich nun in meinem Beitrag zum Buch „Qualität im Coaching“ ausgeführt. Und dort fordere ich, auf die im Prozess entscheidenden Wirkprinzipien sowie auf die drei für den Transfererfolg entscheidenden Kontextfaktoren zu fokussieren, um eine systemische Betrachtung zu ermöglichen.

Die Führungskraft als Coach

Seminare unter der Überschrift Die Führungskraft als Coach sind beliebt, obwohl die Wissenschaft das Konzept in der Regel ablehnt: Weil damit der sprichwörtliche Bock zum Gärtner gemacht würde. Denn die Rollen Führungskraft und Coach sind in der Kombination grundsätzlich widersprüchlich. Deshalb sind Kommunikationshavarien  vorprogrammiert.

Kann man als zum Coach weitergebildete Führungskraft – wenn man diese Kritik ernst nimmt und verantwortlich handeln möchte – trotzdem coachen? Die Bachelorarbeit von Laura Sedlaczek im Studiengang Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln ging dem nach. Sie führte Interviews mit Führungskräften, die eine vom DBVC anerkannte Coaching-Weiterbildung absolviert haben, um heraus zu finden, ob und ggf. wie diese im Führungsalltag agieren.

Veröffentlichung

Die Ergebnisse der Studie haben wir (ich habe die Arbeit betreut) nun in der Zeitschrift „OSC – Organisationsberatung – Supervision – Coaching“ (4/15) veröffentlicht.

Von der Nadel im Heuhaufen und der Katze im Sack

Coach-Suche ist nicht einfach. Was überzeugt betriebliche Einkäufer bei der Suche nach einem Coach in einer Online-Datenbank? Sebastian Lorenz ging dieser Frage in seiner Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln nach. Dazu entwickelte er einen mehrstufigen „blinden“ Auswahlprozess, der sich am Ansatz der anonymisierten Bewerbung orientiert.

Coach-Suche: Veröffentlichung

Die spannenden Ergebnisse haben wir (ich habe die Arbeit betreut) nun im „Coaching-Magazin“ (3/15) veröffentlicht.

Lehrbuch: Systemisches Coaching

Thomas Webers: Systemisches Coaching. Psychologische Grundlagen

Nicht das erste Buch mit dem Titel. Doch keines der vorliegenden hatte mich bislang überzeugt. Allerdings hatte ich mir das leichter vorgestellt: Ein eigenes Buch zu schreiben! Mit 20 Jahren Redaktionserfahrung auf dem Buckel und einer seit vier Jahren ständig verfeinerten Hochschulveranstaltung im Repertoire sollte das doch kein Akt sein, dachte ich mir … Weit gefehlt!

Genau an dieser Stelle beginnt die Arbeit erst. Man schlägt noch mal nach, gräbt noch mal tiefer, schaut über den Tellerrand hinaus. Dann hadert man und holt sich Feedback, wirft noch einmal alles über den Haufen – und beginnt wieder neu. Ich weiß jetzt, was es heißt, sich etwas abzuringen.

Psychologische Grundlagen

Inzwischen – nach der Veröffentlichung im Sommer 2015 – gibt es etliche anerkennende Rezensionen, positive Verkaufszahlen – und schon wieder neue Anregungen für die zweite Auflage.