Archiv für den Monat: Februar 2016

Kompetenzen zur Steuerung des Coaching-Prozesses

Triebel et al. (2016). Qualität im CoachingIn der populären Coaching-Literatur überwiegen normative Beschreibungen von Kompetenzen. Sie lesen sich wie Tugendkataloge. Der Eindruck entsteht, diese allgemeinen Erwartungen oder Anforderungen seien zeitlos und kontextfrei. Wenn man an diese Kataloge dann noch allgemeine Phasenmodelle schraubt und lediglich die heimelige 1:1-Coaching-Sitzung im Blick hat, sind die Kompetenzkataloge eigentlich nicht mehr zu gebrauchen: Entweder sieht man sich der eierlegenden Wollmilchsau gegenüber oder man tut sie gleich als „nice to have“ ab.

Solche statischen Konzeptionen sind idealisierend. Das greift eindeutig zu kurz. In meinem Beitrag zum Buch „Qualität im Coaching“ habe ich das weiter ausgeführt. Dort fordere ich eine systemische Betrachtung: Im Prozess ist auf die entscheidenden Wirkprinzipien zu achten und auf die drei für den Transfererfolg entscheidenden Kontextfaktoren zu fokussieren. Der kompetente Umgang mit Kompetenz ist eben auch wichtig.

Die Führungskraft als Coach

Seminare unter der Überschrift Die Führungskraft als Coach sind beliebt. Obwohl die Wissenschaft das Konzept in der Regel ablehnt: Weil damit der sprichwörtliche Bock zum Gärtner gemacht würde. Denn die Rollen Führungskraft und Coach sind in der Kombination grundsätzlich widersprüchlich. Deshalb sind Kommunikationshavarien  vorprogrammiert.

Kann, soll man als zum Coach weitergebildete Führungskraft trotzdem coachen? Und wenn ja, wie? Die Bachelorarbeit von Laura Sedlaczek im Studiengang Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln ging dem nach. Sie führte Interviews mit Führungskräften, die eine vom DBVC anerkannte Coaching-Weiterbildung absolviert haben, um heraus zu finden, ob und ggf. wie diese im Führungsalltag agieren.

Veröffentlichung

Die Ergebnisse der Studie haben wir (ich habe die Arbeit betreut) nun in der Zeitschrift „OSC – Organisationsberatung – Supervision – Coaching“ (4/15) veröffentlicht.

Von der Nadel im Heuhaufen und der Katze im Sack

Coach-Suche ist nicht einfach. Was überzeugt betriebliche Einkäufer bei der Suche nach einem Coach in einer Online-Datenbank? Sebastian Lorenz ging dieser Frage in seiner Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln nach. Dazu entwickelte er einen mehrstufigen „blinden“ Auswahlprozess, der sich am Ansatz der anonymisierten Bewerbung orientiert.

Coach-Suche: Veröffentlichung

Die spannenden Ergebnisse haben wir (ich habe die Arbeit betreut) nun im Coaching-Magazin (3/15) veröffentlicht.

Download: >>Beitrag im CM 3/15

Lehrbuch: Systemisches Coaching

Webers (2015. Systemisches CoachingNicht das erste Buch mit dem Titel. Doch keines der vorliegenden hatte mich bislang überzeugt. Allerdings hatte ich mir das leichter vorgestellt: Ein eigenes Buch zu schreiben! Mit 20 Jahren Redaktionserfahrung auf dem Buckel und einer seit vier Jahren ständig verfeinerten Hochschulveranstaltung im Repertoire sollte das doch kein Akt sein, dachte ich mir … Weit gefehlt!

Genau an dieser Stelle beginnt die Arbeit erst. Man schlägt noch mal nach, gräbt noch mal tiefer, schaut über den Tellerrand hinaus. Dann hadert man und holt sich Feedback, wirft noch einmal alles über den Haufen – und beginnt wieder neu. Ich weiß jetzt, was es heißt, sich etwas abzuringen.

Psychologische Grundlagen

Inzwischen – nach der Veröffentlichung im Sommer 2015 – gibt es etliche anerkennende Rezensionen, positive Verkaufszahlen – und schon wieder neue Anregungen für die zweite Auflage.