Archiv für den Monat: März 2016

Deutschland sucht den Super-Coach

XING hat der Coaching-Branche einen Bärendienst erwiesen, denn das Social Network sucht den Super-Coach. Und das geht so: In der Datenbank bei XING-Coaches tummeln sich in zwischen über 137.000 sog. Coaches. Was für eine Inflation! Vor nicht allzu ferner Zeit hat die Marburger Coaching-Marktstudie noch von ca. 8.000 Coaches gesprochen. Und ein Coaching-Premiumverband wie der Deutsche Bundesverband Coaching (DBVC) versammelt derzeit gerade einmal 361 Mitglieder.

„Das Hunderennen ist eröffnet“

Jetzt ruft XING-Coaches seine Mitglieder zum Ranking auf: Kennen Sie gute und professionelle Coaches? Dann geben Sie Ihre Stimme ab und tragen Sie so zur Qualitätssicherung im Coaching-Markt bei. „Das Hunderennen ist eröffnet“, habe ich das für MWonline kommentiert.

Coaching und Psychotherapie

Das sind klar getrennte Sphären, hört man generell aus der Coaching-Szene: Coaching und Psychotherapie. Coaches machen keine Psychotherapie. Punkt.

Man wäre auch schön dumm, das zu behaupten: Denn für Psychotherapie braucht man hierzulande eine Heilerlaubnis! Ich möchte trotzdem lieber nicht immer so genau wissen, was so hinter geschlossenen Türen im Coaching so herum gedoktert wird …

Die Probe aufs Exempel

Solches dachte sich auch Frederik Werner, seinerzeit Studierender an der Hochschule Fresenius in Köln – und machte die Probe aufs Exempel. Ich habe seine Bachelor-Arbeit betreut. Die Ergebnisse kann man jetzt in der aktuellen Ausgabe des Coaching-Magazins nachlesen. Lesenswert!

Wir plädieren dafür, dass Wissen über psychische Störungen in die Curricula von Coaching-Weiterbildungen gehört.

Download des Beitrags: Beitrag im Coaching-Magazin 1/16

Über den Phantomschmerz in der Psychologie

Wolfgang Schönpflug: Psychologie - historisch betrachtet: Eine EinführungEin kleines Büchlein von Wolfgang Schönpflug über „Psychologie – historisch betrachtet“ war mir wärmstens empfohlen worden. Ein spannendes Thema, das mir seit der Lektüre von Ulfried Geuters „Die Professionalisierung der deutschen Psychologie im Nationalsozialismus“ nicht mehr aus dem Sinn geht. Weshalb mir auch sehr am Herzen liegt, meinen Studierenden die 100 Jahre Wirtschaftspsychologie als Wechsel verschiedener Paradigmen  zu vermitteln.

Die Einheit der Psychologie

Nun, leider hat mich das Büchlein von Wolfgang Schönpflug nicht überzeugt 🙁 Schönpflug ist definitiv belesen, meint es vermutlich nur gut und will mit seinen 80 Jahren offenbar noch einmal Spuren hinterlassen. Aber für mich leidet er an der alten „Psychologenkrankheit“: Er trauert der „Einheit der Psychologie“ hinterher. Doch diese hat es nie gegeben. Wie heißt es schon in der Bibel (Pred. 1,14): Das ist Haschen nach Wind …

Affektlogik: Wut-Hass-Spiralen

Luc Ciompi & Elke Endert: Gefühle machen Geschichte_Die Wirkung kollektiver EmotionenBitter, wenn man so schnell von der Wirklichkeit (den Anschlägen in Brüssel) eingeholt wird … Am Abend vorher erst war mein Post bei MWonline erschienen. Ich muss zugeben, es hat etwas gedauert, bis ich Zeit fand, das Buch von Luc Ciompi & Elke Endert zur Affektlogik zu lesen. Es handelt von Wut-Hass-Spiralen als der Basis der Gewalt.

Verstehen und widerstehen

Die Ausführungen und die symmetrische Eskalation der Gewalt sind einleuchtend. Es bedeutet trotzdem eine Herausforderung für uns, sich nicht mitreißen zu lassen. Zum Verstehen sollte auch gehören, sich einzugestehen, dass wir unseren gesellschaftlichen Integrationsjob in der Vergangenheit nicht erfolgreich erledigt haben.

Übrigens habe ich mich an das Buch von Frantz Fanon „Die Verdammten dieser Erde“ – und natürlich an das Vorwort von Jean-Paul Sartre – erinnert; aber das wäre ja noch einmal eine ganz andere Geschichte.

Generalist, Spezialist oder eierlegende Wollmilchsau?

Mein Vortrag auf dem Erdinger Coaching-Kongress zum Thema „Coach-Kompetenzen“ hat mir – und offensichtlich auch den Teilnehmern – Spaß gemacht. Was man dem atmosphärischen  Foto vom Kongress entnehmen mag. Der Titel „Generalist, Spezialist oder eierlegende Wollmilchsau?“ hat sicher geholfen, Publikum anzuziehen.

Coach-Kompetenzen klären

Die konzeptionelle Basis meines Workshops lässt sich übrigens auch nachlesen: In meinem Buchbeitrag im Herausgeberwerk „Qualität im Coaching“.