Coaching als Führungsstil

Woran mag es liegen, dass das Thema „Führungskraft als Coach“ so unkaputtbar populär ist, frage ich in meinem Post auf „MWonline“? Innerhalb weniger Wochen bekomme ich das zweite Buch zum Thema „Coaching als Führungsstil“ auf den Tisch. Und wie schon beim ersten, bin ich auch bei diesem enttäuscht.

Führungskräfte sollen führen. Und Coaches sollen coachen

Karin von Schumann & Tamaris Böttcher: Coaching als Führungsstil Eine EinführungWarum muss man das unbedingt vermischen? Warum den Bock zum Gärtner (Fischer, 1998) machen? Selbstverständlich verstehe ich unter Führen nicht den alten Command -and-Control-Stil, sondern ein entwicklungsorientiertes Führen – keine Frage, da bin ich derselben Meinung wie Wolfgang Looss. Und dass sich das Führungsverständnis gerade verändert – auch d’accord; hierzu habe ich mich ebenfalls in einer Veröffentlichung geäußert.

„Individualized Consideration“ ist nicht erst seit den 1990er-Jahren als vierte Dimension der Transformationalen Führung im Rahmen des Konzepts „Full Range of Leadership“ ein Thema, sondern wurde schon in der 1950er-Jahren im Rahmen der Ohio-State-Studien als wichtige Perspektive für  Führungskräfte entdeckt. Als Mitarbeiterorientierung steht sie der gleichfalls notwendigen Aufgabenorientierung (Initiating Structure) gegenüber.

Leichtfertige Vergiftung der Organisationskultur

Doch mit dem Attribut „coachend“ handelt man sich in der Führung mehr Probleme ein als man damit löst. Nämlich handfeste Rollenkonflikte. Deshalb sollte man tunlichst darauf verzichten, um unproduktive Missverständnisse zu vermeiden! Gravierend sind zudem die „Risiken und Nebenwirkungen“ des janusköpfigen Spiels mit den sich widersprechenden Rollen in einer Person: Die Double-Bind-Kommunikation erzeugt eine toxische Misstrauenskultur. Gut gemeint, muss nicht gut gemacht sein. Und böse gemeint, wird böse enden.

2 Gedanken zu „Coaching als Führungsstil

Kommentare sind geschlossen.