Archiv für den Monat: Juli 2018

Webinar: Was ist eigentlich „systemisch“?

Viele beklagen, systemisch sei inzwischen zu einer inhaltsleeren Modevokabel verkommen. Ich habe mich daher sehr gefreut, dass Johannes Thönneßen mich als Experten für ein Webinar angefragt hat. Wir beide kennen uns vermutlich schon 20 Jahre, aber das Thema hatten wir bislang in der Tiefe gemeinsam auch noch nicht durchwandert.

Ende Juni war es dann soweit. In der Reihe „MWonline im Dialog mit …“ (Teil 4) unterhalten wir uns live und vor Auditorium. Der Mitschnitt (48:34 Min.) ist nun als Video online. Leider sind die Lautstärken nicht optimal: er zu laut, ich zu leise. – Es hat Spaß gemacht!

Die Fragen:

  • Alles ist heutzutage „systemisch“. Wird der Begriff „missbraucht“?
  • Wie würdest du einem Laien in wenigen Sätzen den Gegenstand der System-Theorie erklären?
  • Welchen Nutzen stiftet die Systemtheorie für Berater und Coaches? Woran erkenne ich, ob jemand sich nicht nur „systemisch“ nennt, sondern auch so arbeitet?
  • Wie würdest du einem Klienten das Vorgehen des systemischen Beraters darstellen?
  • Welche Unterschiede, welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen systemischen Coaching und lösungsorientierten Coaching?

Forschungskongress: Coaching meets Research

Das waren wieder anregende Kongresstage im Juni auf dem 5. Internationalen Forschungskongress „Coaching meets Research“ an der FHNW in Olten (Schweiz). Wie vor zwei Jahren  waren Organisation und Moderation perfekt. Die Mischung an Formaten und Themen ließ keine Langweile aufkommen. Als Biennale der Coaching-Szene bietet die Veranstaltung die Möglichkeit zum Austausch, zum Netzwerken und zum Blick über den Tellerrand.Forschungskongress Coaching meets Research 2018 in Olten (Schweiz)

Die Themen „Organisation, Digitalisierung und Design“ standen auf dem Kongress im Vordergrund. Und damit vor allem die Chancen und Risiken der digitalen Arbeitswelt sowie die daraus resultierenden Herausforderungen an Coaching und die Coaches. Eine bemerkenswerte Stimme aus der abschließenden Podiumsdiskussion: ZHAW-Forscher Professor Hansjörg Künzli warnte, jeden Tag würden neue Beratungsangebote von Selbsthilfegruppen im Internet aufgemacht, in der Psychotherapie sei „online“ lange schon angekommen, die Wirksamkeit sei mit der „Offline“-Form definitiv vergleichbar, deshalb dürften etablierte Coaches den neuen Herausforderungen nicht vornehm aus dem Weg gehen. – Ganz meine Meinung!

Der wissenschaftliche Fortschritt, das zeigte sich, bewegt sich inzwischen in gutem, breitem Fahrwasser. Die Diskussions- und Kooperationskultur funktioniert. Keine Frage, dass ich in 2020 wieder dabei sein will.

Hier mein ausführlicher Bericht für Coaching-Report.

Gastvortrag: Lösungsfokussiertes Coaching

Das war mir eine besondere Freude, Jörg Middendorf in meinen Master-Kurs an der Kölner Hochschule Fresenius für einen Gastvortrag einzuladen. Jörg ist ein versierter, nach dem Ansatz  des sog. lösungsfokussierten Coachings arbeitender Coach. Dieser Ansatz geht auf Steve DeShazer und Insoo Kim Berg zurück. Letztens erst habe ich Jörgs neues Buch hier positiv  besprochen. Er hat sich Zeit für ein wirklich praxisorientiertes Seminar genommen. Und stellte sich im Anschluss den Fragen der Studierenden.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, die wir dann anschließend im Biergarten noch gemütlich haben ausklingen lassen.