Digitaler Wandel – wie er gelingt

Mit future|works habe ich im letzten Semester in der Gestaltung des Kurses „Angewandte Organisationspsychologie“ an der Hochschule Fresenius in Köln kooperiert. Im Laufe unserer Gespräche entstand die Idee, meine Sichtweise zum Thema digitaler Wandel und die Herausforderungen aus organisationspsychologischer Sicht einmal zu bündeln. So enstand dieses Interview.

Es gibt noch viel zu tun

Derweil ich die Hausarbeiten meiner Studierenden lese, gehen meine Gedanken weiter. Es ist beispielweise naiv, davon auszugehen, dass die sog. Digital Natives quasi automatisch bzw. qua Geburt (Gen Y, Gen Z …) verstanden haben müssen, worum es geht, welche Auswirkungen der Wandel produzieren wird und welche Schlüsse man ziehen sollte. Manche haben das zweifelsohne begriffen, doch andere sind noch lange nicht da angekommen – was sie gemeinsam haben mit etlichen deutschen Unternehmenslenkern, -beratern und Kommentatoren 😉

Coaching-Studium

In der Tat ist das eine wichtige und schlaue Frage:  Kann man Coaching studieren? Und die nächste folgt sogleich: Was ist in denn in einer Weiterbildung anders als im Coaching-Studium? Und so fragen mich meine Studierenden zum Semesterende regelmäßig: Jetzt sagen Sie mal, soll ich gleich eine Coaching-Weiterbildung auf den Kurs aufsetzen oder erst einmal in den Job gehen, Berufserfahrungen sammeln und dann ggf. später eine Coaching-Weiterbildung drauf setzen?

Meine Antwort ist seit Jahren die gleiche: Die Weiterbildung wäre m.E. eine ideale Ergänzung z.B. für Wirtschaftspsychologen, die sich auf Personal- und Organisationsentwicklung spezialisiert haben. Wenn einen dann noch das Thema fasziniert und man spürt, dass man dafür ein Händchen hat: go for it! Ich bin sicher, dass es die Chancen bei Personalern erhöht. Natürlich nur, wenn man nicht eine billige „Druckbetankung“ absolviert hat, sondern eine qualitativ hochwertige Weiterbildung.

Es schadet aber auch nicht, erst ins Berufsleben einzusteigen und sich anschließend
im Coaching weiterzubilden. Dann verfügt man über eigene Erfahrungen, die man reflektieren kann, und hat vermutlich auch ein eigenes Netzwerk als Marktzugang.

Was ist in einer Weiterbildung anders?

Diese Diskussionen zu führen und zu erleben, wie Studierende in Coaching-Sessions performen, hat mich ins Grübeln gebracht. Wenn man sich so anschaut, was Premium-Verbände wie der DBVC so an Anforderungen setzen und was Studierende auf die Beine stellen, könnte man sich fragen: Ob man da nicht Studien-Leistungen anrechnen kann?

Kann man – begründet! Deshalb bieten wir (Schwertl + Partner und die Business Academy Fresenius) jetzt Coaching-Weiterbildungen mit zwei Zugangswegen (Bachelor, Master) an, bei denen Studienleistungen angerechnet werden. Das ist für Studierende echt lukrativ, weil sie gegenüber marktüblichen Angeboten Zeit und Geld sparen.

Jetzt kommen (natürlich!) weitere Fragen:

  • Werde ich als junger Hochschulabsolvent überhaupt ernstgenommen?
  • Ist Lebenserfahrung nicht zwingend für eine wirkliche Coaching-Kompetenz?
  • Was ist in einer Weiterbildung eigentlich anders als im Studium?

Natürlich kann man Coaching studieren. Das haben Elke Berninger-Schäfer und ich schon im Jahr 2010 in einer Veröffentlichung konstatiert. Seitdem hat sich der Markt aber auch noch gewaltig entwickelt – wie Strikker & Strikker, aber auch Ebermann darlegen.

Was ist nun der Unterschied zwischen Studium und Weiterbildung? Antworten darauf gebe ich in Kürze im Coaching-Magazin (1/17; S. 33) unter der Überschrift „Häufig gestellte Fragen“ (erscheint am 22.2.17 in der Printausgabe).

Coaching-Evaluation

Die Mehrheit der Coaches meidet das Thema Coaching-Evaluation schlicht und schmerzfrei. Ambitionierte Evaluationsplattformen wie die von André Bischof, gewinnen zwar Preise, aber keine Kunden. Lieber wird behauptet, dass man (oder frau) einfach unbeschreiblich gut sei, die Nachfrage überwältigend und die Klienten entzückt seien. Was natürlich ziemlich dreist und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen überhaupt nicht vereinbar ist.

Evaluationskarten – Hauptsache: bunt

Berger+Hardeland (2017). Coaching und Beratung evaluieren

Jetzt ist gerade eine Box mit „36 Impulskarten und Workbook für die eigene Professionalisierung“ bei Beltz erschienen. Ich habe mir das einmal angesehen – und war nicht überzeugt. Meine Rezension bei MWonline ist daher launisch, ausladend und teilweise sarkastisch. Aber Hand aufs Herz: Das Thema Evaluation im Coaching ist viel zu wichtig, um es dilettantisch zu bearbeiten. Und die Nummer mit den bunten Karten ist leider eine solche schräge. Auch wenn ich weiß, dass man in der Szene die anspruchsvollen Ansätze nicht liebt: Man kann es durchaus einfach machen, aber es muss ja nicht gleich so simpel sein.

Online-Coaching – ungeliebt und unterschätzt

Online-Coaching erfreut sich im deutschsprachigen Raum nicht gerade besonderer Sympathien. Die Daten, die Jörg Middendorf auf dem Erdinger Coaching-Kongress 2016 präsentierte, sprechen diesbezüglich Bände: 85 Prozent der 454 Teilnehmer seiner etablierten „Coaching Umfrage Deutschland“ erklären, dass sie klassisches Präsenz-Coaching nutzen.

Ich vermute stark, dass die breite Masse der befragten Coaches älteren Jahrgängen angehört und weniger technikaffin ist. Sie lehnen virtuelles Coaching ab mit der Selbstwert-stützenden Begründung, virtuelles sei kein „richtiges“ Coaching. Dann muss man sich damit – auf seine „alten Tage“ – nicht mehr anfreunden. Nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht … 😉

Alte Vorurteile verhindern, dass man Neues ausprobiert

Ich muss zugeben, ich selbst bin mit dieser Einstellung nach Erding gefahren und habe dort auch einige Havarien live mitverfolgt, die mich in meiner ablehnenden Einstellung bestärken konnten. Aber ich habe auch Inspirierendes gesehen: Und zwar die Präsentation von Dr. Elke Berninger-Schäfer sowie Heidi Kupke, den beiden Geschäftsführerinnen von CAI-World. Das hat mich sofort neugierig gemacht und angeregt, mich persönlich mit den Online-Möglichkeiten zu befassen. Obendrein entstand der Plan, gleich meine Studierenden damit zu konfrontieren.

Jetzt nach dem Semesterende muss ich vielleicht den Faktor Alter infrage stellen: Sind meine Studierenden etwa konservativer als ich? Nein, sie wollen erst einmal im überschaubaren Offline-Kontext Coaching lernen – ohne zugleich auch noch an allen möglichen Softwareschrauben drehen zu müssen …

Tja, mit den kausalen Schlüssen ist das eben so eine Sache. Wenn es das Alter nicht ist, dann ist es vielleicht fehlendes Wissen und Übung? Die Masse der Coaches kennt vermutlich weder die virtuellen Möglichkeiten im Einzelnen, noch den Stand der medienpsychologischen Forschung. Denn gerade die Kritik an fehlenden Kommunikationskanälen, die Mitte der 1980er-Jahre unter der Überschrift „Media Richness Theory“ formuliert wurde, und die sich m.E. auch in den Antworten der Coaching-Umfrage Deutschland spiegelt, ist längst überholt. Dies liegt nicht nur an neuen erweiterten technischen Möglichkeiten, sondern auch an mittlerweile differenzierteren medienpsychologischen Theoriebildungen. Demnach könnte man inzwischen den Spieß auch begründet umdrehen und behaupten: In etlichen virtuellen Settings hat man nicht nur gleichwertige, sondern möglicherweise sogar potentere Möglichkeiten als in der Offline-Beratungswelt zur Verfügung.

Spannende, neue Möglichkeiten

Ich weiß, das ist provokant! Aber nicht unbegründet. Im Portal „MWonline“ haben ich gerade das kleine Büchlein „Avatar-basierte Beratung in virtuellen Räumen“ besprochen.

Klaus Bredl, Barbara Bräutigam & Daniel Herz: Avatar-basierte Beratung in virtuellen Räumen. Wiesbaden: Springer Fachmedien. http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-16015-9Hier bekommt man Vorstellungen davon, was möglich ist und wie es psychologisch funktionieren kann. Die Lektüre sei empfohlen – und die breitere Diskussion um das Thema Online-Coaching fordere ich selbstverständlich ein. Ich bin überzeugt, virtuelles Coaching wird bislang in seinen Möglichkeiten noch völlig unterschätzt. Es wird in den nächsten Jahren aber zunehmend wichtiger werden und an Verbreitung deutlich zunehmen.

Grundlagenwerk: Coaching und Neurobiologie

Unsere klassischen, tradierten Vorstellungen vom Funktionieren der Psyche – wie wir sie aus der Psychoanalyse oder auch aus der Verhaltenstherapie kennen – wurden durch enorme Fortschritte der Neurobiologie der letzten beiden Jahrzehnte radikal in Frage gestellt. Das hat sich zwar hier und da schon herum gesprochen, doch darf man getrost daran zweifeln, dass die Erkenntnisse auch in der nötigen Breite und Tiefe angekommen  sind – und entsprechende Konsequenzen eben auch im Coaching zeitigen konnten.

Das hat natürlich Gründe. So bedarf es sicher einer gewissen mentalen Anstrengung, sich up to date zu halten. Die Theorie-Praxis-Kluft scheint insbesondere in der unregulierten Coaching-Szene nicht unerheblich zu sein. Daher kommt dieses Buch gerade richtig. Der Anspruch der Autoren ist, das erste neurowissenschaftlich fundierte Grundlagenwerk für Coaching vorzulegen.

Ein Grundlagenwerk

Gerhard Roth / Alica Ryba: Coaching, Beratung und Gehirn. Stuttgart: Klett-Cotta. https://www.klett-cotta.de/buch/Psychologie/Coaching_Beratung_und_Gehirn/74868Meine Rezension ist soeben im Portal „MWonline“ erschienen. Der Wert dieses Buchs liegt insbesondere in seiner breiten Perspektive, liest es sich in weiten Strecken doch wie ein Grundlagenwerk zur Allgemeinen Psychologie. Das ist jetzt für (Wirtschafts-)Psychologen, die in den letzten zehn bis 15 Jahren studiert haben, nicht wirklich neu 😉 aber den anderen im Coaching-Feld Tätigen empfehle ich das Buch umso mehr.

Bashing: Systemische Beratung

Da habe ich nicht schlecht gestaunt! Ich ließ mir das neue Magazin „changement“ vom Verlag (Handelsblatt) schicken. Beim ersten Durchblättern blieb mein Auge sogleich an einem Interview von Chefredakteur Martin Claßen mit Dr. Wolfgang Looss hängen: Allerweltsbegriff „systemisch“. Doch beim Lesen verdrehte ich sogleich die Augen, und schlug wenige Zeilen später nur noch die Hände über’m Kopf zusammen. Was für ein Bashing! Systemische Beratung wird von Looss undifferenziert  in die große Tonne gekloppt.

Kritik an der Bezeichnung „Systemiker“

Nun, Looss ist nicht der erste, der sich kritisch zum Thema systemische Beratung äußert. Im August diesen Jahres hatte Dr. Walter Schwertl eine Glosse mit ähnlichem Tenor in „Training aktuell“ publiziert. Beide argumentieren, „systemisch“ sei zu einer Marketing getriebenen Worthülse verkommen. Beide kritisieren die Bezeichnung „Systemiker“. Doch wo Schwertl Argumente liefert, wirft Looss alles undifferenziert in einen Topf und kippt dann als nächstes das Kind mit dem Bade aus.  Das hätte ich von ihm nicht erwartet. Denn ich schätze ihn sehr – gerade wegen seiner Erfahrung, seiner messerscharfen Analyse und auch seinem Engagement. Als Christopher Rauen und ich das Coaching-Magazin launchten, gehörte mein Interview mit dem Coaching-Pionier Looss dort zum „Starter-Kit“.

Da fügte es sich natürlich gut, dass ich Looss am vergangenen Wochenende auf der Mitgliederversammlung des DBVC traf. Auf sein Interview mit Claßen angesprochen reagierte er allerdings eher kurz angebunden und verwies auf zahlreiche schräge Websites der systemischen Szene. Im Weiteren haben wir uns dann vertieft und differenziert über Unterschiede zwischen den Kontexten Hochschule und Weiterbildung und den Konsequenzen für die Coaching-Professionalisierung unterhalten.

Warum das Kind mit dem Bade ausschütten?

Ich verstehe allerdings auch Martin Claßen nicht, warum er ein Interview mit diesem Tenor in die Startausgabe seines neuen Magazins aufnimmt. Claßen ist ein versierter und renommierter Unternehmensberater. Die „Change Management Studie 2010„, die er seinerzeit für „Capgemini Consulting“ angefertigt hat, habe ich nicht nur mit großem Interesse und Erkenntniszuwachs gelesen. Ich habe sie auch gleich meinen Studierenden als Leseempfehlung ans Herz gelegt. Sollten sich beiden Herren von der Überzeugung „only bad news are good news“ haben leiten lassen? Ich hätte ihnen dazu bestimmt nicht geraten. Seltsam auch, dass auf der zweiten Umschlagseite eine Anzeige erscheint, mit der die zum Urgestein der systemischen Beratung gehörende Dr. Barbara Heitger, Systemaufstellungsexperte Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd sowie eben Coaching-Pionier Dr. Wolfgang Looss gemeinsam zur Weiterbildung einladen.

Und man muss einfach dagegen halten: Unter dem Banner „systemisch“ mag  sich gar manches bunte bis zwielichtige Volk versammelt haben. Doch es gibt eben auch die Gegenbeispiele: Zu denen u.a. übrigens Dr. Walter Schwertl gehört, auch Professor Jürgen Kriz – und ich möchte mich ebenfalls dazu zählen.

Haltung im Coaching

Der Beitrag von Heide Straub in der Ausgabe 10/2016 der Zeitschrift „wirtschaft + weiterbildung“ über „Widerstände im Coaching“ ärgert mich. Systemisch denkenden Coaches würden den Begriff vermeiden. Das ist eine Frage der Haltung. Denn Widerstand suggeriert mangelnde Compliance. Nach dem Motto, der Coach meint es doch gut mit dem Klienten, aber der ist bockig!

Na ja, Frau Straub ist nachsichtig und sagt: „Widerstand ist legitim“. Man respektiert die Barriere und arbeitet mit ihr. Doch in der Definition von Widerstand wird unterstellt, der Coach weiß es besser als der Klient, sie oder er ist Experte. Der Klient geht aber (noch) nicht mit. Daher muss die Barriere überwunden werden. Die erste heißt laut Straub „Einsichtsbarriere“. Da denke ich mir doch gleich: Und bist Du nicht willig … Peitsche oder Zuckerbrot? Frau Straub wählt letzteres. Sie stellt Fragen, spricht Themen, Ängste, Unsicherheiten an.

Doch Sprache ist verräterisch

Warum so martialisch? Barrieren, Widerstände müssen weggeräumt, überwunden, untergraben werden. Das ist eine klar einseitige Beziehungsdefinition. Widerstand ist unidirektional. Ich würde die Arbeitsbeziehung zweiseitig definieren: auf Augenhöhe. Weil ich es mir nicht anmaße, alles jederzeit besser zu wissen im Coaching. Für mich ist Coaching Koproduktion. Wenn diese nicht rund läuft, wenn wir nicht „im 4. Gang“ fahren, dann mangelt es an Resonanz. Wir beide sind gefordert. Ich denke, das ist ein bemerkenswerter Unterschied in der Haltung.

Instrumentalisierung von Coaching im Kapitalismus?

Coaching als Instrument, das dem (kapitalistischen) Unternehmen hilft, seine Mitarbeiter auszubeuten? Eine steile ideologische These vertreten zwei Autoren in der aktuellen Ausgabe 3/16 der Zeitschrift „OSC – Organisationsberatung – Supervision – Coaching”. Die Instrumentalisierung kann man in Frage stellen. Mit gutem Grund und anerkannten „Zeugen“ wie ich im Post auf „MWonline“ ausführlich dargelegt habe.

Arg dramatisierte Darstellung …

Die Autoren des aktuellen OSC-Beitrags „Coaching im Dilemma von Psychopolitik und Selbstbefreiung“, Frank Schmelzer und Jana Löffler, beziehen sich auf ein Buch von Bjung-Chul Han (2014), dessen Lehren sie aufs Coaching anwenden. Dazu wird zunächst einmal didaktisch eine Fallgeschichte (Herr F.) präsentiert. Ein Coaching-Kunde, der kurz vor dem Burn-out ins Coaching kommt und blind dafür ist zu erkennen, wie er sich selbst mit seinen Leistungsansprüchen und dem „Sog der Selbstverwirklichung“ fertig macht. Zuhause weinen derweil Frau und Kinder …

… dafür fehlende Tiefe …

Sicher mag es solche Fälle gegen, sie aber zum Normalfall zu generalisieren, geht entschieden zu weit! Und solches funktioniert selbstverständlich nur, wenn man nötige Definitionen und Differenzierungen nach Kräften unterlässt. Ebenfalls die qualifizierte Bezugnahme auf die ja nun nicht neue Debatte. So stellten uns schon gegen Ende des letzten Jahrtausends sowohl Günter Voß und Hans Pongratz das Konzept des „Arbeitskraftunternehmers“ als auch Richard Sennett den „flexiblen Menschen“ (im Original: The Corrosion of Character) vor. Vom breiten Publikum bejubelt, zerpflückte die wissenschaftliche Kritik doch deren Thesen als arg populistisch (Kuda & Strauß, 2002).

Ich rate statt dessen die Lektüre von Robert Musils epochalen und immer noch lesenswerten Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ (1943) an – dieses Werk ist fürs Coaching allemal anregender und zudem älter als Heinz von Foersters ethischer Imperativ: Vermehre die Möglichkeiten. Ebenfalls verweise ich auf anerkannte Coaching-Definitionen und Ethikkodices von Coaching-Verbänden: Dort steht in der Regel die Autonomie des Klienten im Vordergrund! Michael Loebbert stellt in seinem Buch „Coaching-Theorie“ auch sehr klar die Autonomie – die Wahrung und Vermehrung derselben – ins Zentrum seiner Überlegungen.

… bloß wohlfeiles Räsonieren

Natürlich besteht allgemein eine Gefahr der Instrumentalisierung von Coaching. Da sollte man nicht wegschauen. Doch die Perspektive sollte dahin ausgerichtet werden, wo es konkret werden kann: in den einzelnen Unternehmen – und nicht „intergalaktisch“. Unsere OSC-Autoren bauen nur einen Popanz auf, um anschließend genüsslich auf ihn einzudreschen. Ein durchschaubares und letztlich langweiliges Spiel.

Resonanz auf meine Kritik an der Coach-Hitparade

Darüber habe ich mich sehr gefreut: Nicole Bußmann, Chefredakteurin von „Training aktuell”, zitiert meinen Blog-Post bei MWonline in ihrem kritischen Beitrag über die neue, in der Branche höchst umstrittene Coach-Hitparade von XING und Focus: Top-Coachs prämiert: Zweifelhafte Auszeichnung.

Verzögerte Reaktionen

Mein Posting ist schon ein paar Wochen alt. Ich hatte bislang den Eindruck, die Branche sei zunächst in eine Schockstarre verfallen. Jetzt kommt es zu umso heftigeren Reaktionen … Vielleicht Zeit für eine Wette über den weiteren Verlauf?

Systemtheorie für Coaches

Auf die Lektüre des Buchs von Jürgen Kriz „Systemtheorie für Coaches“ habe ich mich gefreut! Und ich wurde reich belohnt … Ich fühle mich nicht nur deutlich bestätigt im eigenen Ansatz, den ich in meinem Buch „Systemisches Coaching“ vertrete, sondern habe auch noch ein paar schöne Anregungen erhalten. Ein Zitat von Kriz mag vielleicht anregend sein: „Aufgabe des Coaches ist es also nicht, „einfach zu verstören“ (…), sondern solche Umgebungsbedingungen zu konstellieren, welche (…) Ordnungs-Ordnungs-Übergänge ermöglichen“ (S. 45).

Eine Rezension

Jürgen Kriz: Systemtheorie für Coaches: Einführung und kritische DiskussionDa konnte ich natürlich nicht anderes, als gleich eine Rezension zu schreiben 😉 Zu finden bei Amazon. Eine weitere, etwas gekürzte und angepasste Besprechung wird in der Ausgabe 4/16 des Coaching-Magazins erscheinen.