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Kunst und Coaching

Seit 1987 besuche ich die „Weltfestspiele der Kunst“: die Documenta in Kassel. So auch dieses Jahr. Kunst ist eine exzellente Möglichkeit, die Perspektive und den Kontext zu wechseln, sich exzentrisch anregen und infrage stellen zu lassen, sich auseinanderzusetzen. Darum geht es ja auch im Coaching. Deshalb kann ich mir – neben kollegialer Supervision und Fachkongressen (wie Coaching meets Research) – wenig anderes als Kunst zur Inspiration vorstellen – abgesehen von den ebenfalls obligatorischen Besuchen von Musikkonzerten, Kino, Theater …

Was nehme ich mit von der DOCUMENTA 14? Insgesamt erstaunlich wenig, wenn ich das mit der d13 vor fünf Jahren vergleiche. Die Pavillons in der Karlsaue seinerzeit waren ein extrem gelungenes Arrangement. In diesem Jahr fand sich dort nur wenig. Dafür gab es aber auch faszinierende neue Orte wie die Neue neue Galerie (neue Hauptpost).

Documenta 14: Meine Highlights

Für mich gehörten zu den wichtigsten Exponaten die vorübergehend neue Inschrift auf dem Portikus des Fridericianums: beingsafeisscary. Banu Cennetoglu (2017). beingsafeisscaryEs ist der Beitrag der 1970 in Ankara geborenen Künstlerin Banu Cennetoğlu. Das ist nicht nur ein Weckruf zum aktuellen Zeitgeschehen, sondern fokussiert für mich auch wunderbar die Situation in vielen Coaching-Situationen.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich The Parthenon of Books der 1941 in Buenos Aires geborenen Künstlerin Marta Minujin. In dieser beeindruckenden, maßstabsgetreuen Nachbildung des griechischen Parthenons werden Bücher, die irgendwo auf der Welt verboten werden, präsentiert. Was bei Cennetoğlu schon anklingen mag, präzisiert Minujin: Heute stehen Grundverständnis und Werte unseres Zusammenlebens wieder radikal zur Disposition. Auch das ist oft der Kern vieler Coachings: Was sind meine Werte, was sind die des Unternehmens? Und wie kann ich in widersprüchlichen Situationen erfolgreich navigieren? Das Unbehagen, Unbehagliche, Unwirtliche, Vorläufige wird beispielsweise im Betonröhren-Haus von Hiwa K. (geb. 1975 in Irak) umgesetzt: When We Where Exhaling Images.

Hiwa K. (2017). When We Where Exhaling Images. Documenta 14, KasselEs sind das Dystopische und das Wiederauftauchen von verdrängten historischen Ereignissen, die die diesjährige Documenta prägen. Teilweise erfolgt das in inflationär weltverbesserischen Tiraden und didaktischen Belehrungen, die ich weniger mochte.

Das ist im Coaching anders: Dort vermeiden wir, wenn es nur irgend geht, den erhobenen Zeigefinger.

Mein Supervisor ist jetzt auch Coach?

Jahrelang hat die Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv) mit der Coaching-Branche gehadert. In einer Stellungnahme („Das Ende eines unerklärlichen Unterschieds“) erklärte sie 2011 den Unterschied zwischen Coaching und Supervision einseitig für obsolet. Zur Überraschung einiger Beobachter änderte die DGSv dann im Jahr 2016 ihren Namen in Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. und firmiert seitdem gleichfalls als Coach-Verband. Aktuell verkündet nun die DGSv in ihrem Dossier (Thema: Mein Coach ist Supervisor/in): „Coaching wie es die DGSv versteht, wird jetzt am Maß der Supervision gemessen“.

Na, da mag sich doch der Eine oder die Andere die Augen reiben … Ich persönlich hatte mir den Unterschied bislang so erklärt: „Einen nicht unwesentlichen Unterschied zwischen beiden bildet der verschiedenartige Tätigkeitsrahmen: Profit- vs. Non-Profit-Bereich (wirtschaftliche und – vor allem – kulturelle Rahmenbedingungen). So wird der Supervision seitens des Coachings gerne ‚Wirtschaftsfeindlichkeit‘, dem Coaching seitens der Supervision entsprechend ‚Wirtschaftshörigkeit‘ vorgeworfen“ (S. 6). So schmunzele ich. Und mutmaße, die alte Narbe schmerzt noch immer …

Verbandspolitik versus Wissenschaft?

Allerdings wundert mich, dass die DGSv in ihrem aktuellen Dossier einen weiteren Unterschied markiert, nämlich den zwischen Verbandstätigkeit und Forschung: „Für die Wissenschaft ist eine systematische Unterscheidung von Supervision und Coaching wichtig“. Soll man sich dabei nun denken, dass es diesen Unterschied offenbar gibt, der Verband ihn aber beliebt zu ignorieren? Ein Schelm, der solches unterstellen würde?

Noch verwunderlicher scheint mir aber, was dann im Anschluss an den Dossier-Einleitungstext an „Forschungsliteratur“ angeführt wird – offenbar als Service für die Mitglieder gedacht. Beispielsweise die Veröffentlichung von Jansen, Mäthner & Bachmann aus dem Jahre 2003. Schöner Text seinerzeit, aber inzwischen doch arg überholt. Thomas Bachmann – und etliche andere – haben seitdem deutlich Weiterführendes veröffentlicht. Dies trifft auch auf den Text von Möller & Kotte aus dem Jahre 2011 zu. Beide Autorinnen und zwei weitere haben im Jahr 2016 in derselben Zeitschrift ein Update veröffentlicht: „Der Stand der Coachingforschung“. Auch ein Beitrag von Romina Henle aus dem Jahre 2009 zum Thema Coach-Pools erscheint mir doch aufgrund der verstrichenen Zeit nicht mehr sonderlich aktuell zu sein.

So mag man sich fragen, welcher mit der Coaching-Forschung intim Vertraute mag wohl diese illustre Liste verfasst haben? Und zu welchem speziellen Zweck? Etwa dem, die Lufthoheit beim Thema Coaching zu reklamieren?

Und dann ist mir aufgefallen, dass die beiden Beiträge aus der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (Jansen et al. sowie Möller & Kotte) auf der DGSv-Website im Volltext präsentiert werden. Auf der offiziellen Website des Verlags hingegen sind sie zahlungspflichtig.

„So viele Berichte. So viele Fragen“, resümiert Bert Brecht zum Schluss seines Gedichts „Fragen eines lesenden Arbeiters“ (Vers 27 – 28). Ich bin gespannt auf Antworten.

Implementierung von Coaching in Organisationen

Das diesjährige Spezial Coaching von managerSeminare (Beilage zum Juni-Heft) bietet wieder eine interessante Mischung. Dabei ragt für mich das Interview mit Dr. Thomas Bachmann heraus. Redakteur Andree Martens befragte diesen zu einer Studie der Berliner Forschungsgruppe (artop GmbH), die schon im vergangenen Jahr ausführlich in der Zeitschrift Organisationsberatung – Supervision – Coaching (OSC 3/16) erschienen war. Es geht um vier verschiedene Verständnistypen von Coaching, die maßgeblich für die Implementierung in Organisationen sind.

Erste Erkenntnis: Es gibt in der Praxis offenbar weder ein strikt einheitliches Muster der Implementierung, noch eine Fülle unvergleichbarer Ansätze. Bachmann und Kollegen finden hingegen vier typische Muster, die sich nach den Dimensionen Kontrolle durch die Organisation (Autonomie vs. Steuerung) sowie Zielgruppennutzen (Person vs. Organisation) beschreiben lassen und offenbar weitgehend implizit sind:

  1. Therapie/Heilung (Autonomie/Person). Das Coaching ist primär personenfokussiert, die Steuerungsabsicht des Unternehmens tritt in den Hintergrund. Ob Kummerkastenfunktion, Trösten, Pampern oder aufwändige Persönlichkeitsentwicklung, alles hat Platz in der Black Box. Der Return on Investment interessiert die Unternehmen offenbar weniger, man möchte den Mitarbeitern prinzipiell etwas Gutes tun. Typische Themen: Work-Life-Balance sowie Zeit- und Selbstmanagement. Dieses Verständnis ist der am häufigsten auftretende Typ.
  2. Selbstorganisation/Empowerment (Autonomie/Organisation). Bei diesem Coachingverständnis steht die verbesserte Zusammenarbeit im Fokus. Führung und Rollenklärung sind daher wichtige Themen. Mit diesem prinzipiellen Blick auf Potenzialentwicklung verbindet sich auch eine gewisse Ergebnisoffenheit der Organisation. Dieses Verständnis ist der am zweithäufigsten auftretende Typ.
  3. Expertenberatung/Optimierung (Steuerung/Organisation). Die Organisation versucht, Coaching zu funktionalisieren, damit der „Laden läuft“. Der Erwartungsdruck ist eher hoch. Typische Themen: Konflikte, Teamprobleme, Mikropolitik und Entscheidungen. Personale Problemstellungen geraten dann weniger in den Blick. Dieses Verständnis ist der am dritthäufigsten auftretende Typ.
  4. Pädagogik/Erziehung (Steuerung/Person). Hier stehen erzieherische Absichten der Organisation im Fokus. Bei Mitarbeitern werden Defizite diagnostiziert, die im Coaching bearbeitet werden sollen. Typische Themen: Standing und Auftreten. Auch hier ist ein Erwartungsdruck spürbar, vor allem auf den Schultern der einzelnen Mitarbeiter. Organisatorische Anteile an Problemen werden allerdings gerne ausgeblendet. Dieses Verständnis ist der seltener auftretende Typ.

Organisationskultur macht den Unterschied

Diese vier verschiedenen Coaching-Verständnistypen ließen sich empirisch via Clusteranalyse bestätigen. Als Erklärung verweisen die Berliner Forscher auf implizite Theorien über Lernen und Veränderung und damit auf verschiedene Wertorientierungen bzw. Organisationskulturen.

Damit haben wir nun einen tragfähigen neuen Ansatz zur Verfügung, der alte Etiketten wie Defizit- vs. Potentialorientierung oder auch das Reifegradmodell an Erkenntnisgewinn übersteigt. Auch das von Wolff (2012) präsentierte sogenannte Funktionspendel, das Eingang in das DBVC-Coaching-Kompendium gefunden hat, dürfte damit in den Hintergrund treten.

Framing – Über die Wirkung von Sprache

Über das Thema, wie Sprache die Wahrnehmung der Welt beeinflusst, ist schon viel gesprochen worden. Auch darüber, welche Wirkung von Sprache auf unser Urteilen festzustellen sind. Im Zusammenhang mit dem US-amerikanischen Wahlkampf elektrisierte nun die These, es sei ein gezieltes Framing, also eine manipulative Inszenierung, geschehen. Sprache ist verräterisch – wenn es auch der eine oder die andere nicht gleich bemerkt haben sollte.

9783869622088In meinem Beitrag für managementwissenonline.de habe ich das Buch von Elisabeth Wehling besprochen und diesem das Lehrbuch von Jörg Matthes gegenüber gestellt. Fazit: Ja, man kann an Sprache so ran gehen und ihre Mechanismen erforschen. Aber man sollte es kritisch und seriös machen. Dass oft von Steuerlast statt von Steuerbeitrag gesprochen wird, ist ein Beispiel, das zeigt, wie man Menschen mit Frames (Rahmen, Perspektiven) steuern kann. Das mag einleuchten. Doch der kritische Leser wartet bei Frau Wehling vergeblich auf Häufigkeitsstatistiken. Man bekommt aber nur einzelne Belege. Was nicht gerade das Vertrauen in ihre Argumentation unterstützt.

Framing vs. Qualitative Inhaltsanalyse

Jörg Matthes (2014). FramingJörg Matthes geht da nüchterner vor. Sein Lehrbuch klärt nicht nur die Begrifflichkeiten, sondern legt auch die Entwicklungsgeschichte dar. Dann werden Forschungslogik und Methoden dargelegt. All das geschieht recht umsichtig, kritisch und – welche Freude – nicht verquast, sondern leicht verständlich. Daher ist auch das Kapitel über empirische Befunde sehr erhellend, weil nur so deutlich wird, was man belastbar sagen kann und wo die Spekulation lauert. Dass Framing nicht zur Universalwaffe taugt, sich ihm trotzdem gerne in der Absicht bedient wird, versteht man leicht, wenn man sich die Weiterentwicklungen in der Theoriebildung anschaut. Es wird halt gerne versucht, so manches unter dem Framing-Dach unterzustellen, was da nicht unbedingt hingehören muss, so die abschließend, ernüchternde Kritik des Autors.

Philipp Mayring (2015). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken (12. Aufl.)Da lobe ich mir doch die gute alte Inhaltsanalyse nach Mayring, die die Nachvollziehbarkeit methodisch verankert hat. Ich lasse gerne meine Studierenden mit dieser Methode arbeiten, erscheint mir ihre Validität gegenüber anderen Methoden doch deutlich ausgeprägter zu sein.

 

Coaching als Selbstoptimierung?

Derzeit kann man am Kölner Theater eine schöne Komödie sehen: „Wir wollen Plankton sein“ – von Julian Pörksen. Es geht darum, wie man heute noch Theater machen kann, wo doch schon alles gesagt worden ist? Dabei geht es gar nichts so sehr um abgründig existenzielle Fragen wie bei Samuel Beckett. Sondern es wird schlicht der Status der totalen Erschöpfung festgestellt. Alles Fragen, alles Antworten hat sich tot gelaufen. Doch die Maschine der Selbstoptimierung rattert weiter – im Leerlauf.

Was für eine schöne Metapher. Und kein Schelm, dem gleich die Stichworte Hyperaktivität und Burnout dazu einfallen. Sind das nicht oft die Themen, die Menschen umtreiben, ins Coaching zu kommen, weil – da muss doch noch was gehen …? Da kann man dann auch schön auf die dicke Weltuntergangstrommel hauen. Oder bescheidener formulieren: „Das kann doch nicht alles gewesen sein …“. So textete seinerzeit Wolf Biermann (den ich übrigens Anfang der 1990er-Jahre die Ehre hatte, intensiv zu interviewen, was dann in mehreren Beiträgen in Print und Rundfunk erschien).

Revolutionär oder konterrevolutionär?

Pörksen ist da als Autor klar, einfach und konträr zu den Vorläufern, indem er die Parole ausgibt: Verschwende eine Zeit! Ist das nun revolutionär oder konterrevolutionär? Oder schlicht das richtige Stück zur richtigen Zeit, wie Christian Bos im Kölner Stadtanzeiger mutmaßt?

Nichtstun als Tun. Sabotage als Agitation. Wenn die Mittelmäßigkeit wieder zur Normalität wird, wird Entspannung rehabilitiert. Vita activa, vita contemplativa – wenn das nicht ein gutes Thema für’s Coaching ist …

Instrumentalisierung von Coaching im Kapitalismus?

Coaching als Instrument, das dem (kapitalistischen) Unternehmen hilft, seine Mitarbeiter auszubeuten? Eine steile ideologische These vertreten zwei Autoren in der aktuellen Ausgabe 3/16 der Zeitschrift „OSC – Organisationsberatung – Supervision – Coaching”. Die Instrumentalisierung kann man in Frage stellen. Mit gutem Grund und anerkannten „Zeugen“ wie ich im Post auf „MWonline“ ausführlich dargelegt habe.

Arg dramatisierte Darstellung …

Die Autoren des aktuellen OSC-Beitrags „Coaching im Dilemma von Psychopolitik und Selbstbefreiung“, Frank Schmelzer und Jana Löffler, beziehen sich auf ein Buch von Bjung-Chul Han (2014), dessen Lehren sie aufs Coaching anwenden. Dazu wird zunächst einmal didaktisch eine Fallgeschichte (Herr F.) präsentiert. Ein Coaching-Kunde, der kurz vor dem Burn-out ins Coaching kommt und blind dafür ist zu erkennen, wie er sich selbst mit seinen Leistungsansprüchen und dem „Sog der Selbstverwirklichung“ fertig macht. Zuhause weinen derweil Frau und Kinder …

… dafür fehlende Tiefe …

Sicher mag es solche Fälle gegen, sie aber zum Normalfall zu generalisieren, geht entschieden zu weit! Und solches funktioniert selbstverständlich nur, wenn man nötige Definitionen und Differenzierungen nach Kräften unterlässt. Ebenfalls die qualifizierte Bezugnahme auf die ja nun nicht neue Debatte. So stellten uns schon gegen Ende des letzten Jahrtausends sowohl Günter Voß und Hans Pongratz das Konzept des „Arbeitskraftunternehmers“ als auch Richard Sennett den „flexiblen Menschen“ (im Original: The Corrosion of Character) vor. Vom breiten Publikum bejubelt, zerpflückte die wissenschaftliche Kritik doch deren Thesen als arg populistisch (Kuda & Strauß, 2002).

Ich rate statt dessen die Lektüre von Robert Musils epochalen und immer noch lesenswerten Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ (1943) an – dieses Werk ist fürs Coaching allemal anregender und zudem älter als Heinz von Foersters ethischer Imperativ: Vermehre die Möglichkeiten. Ebenfalls verweise ich auf anerkannte Coaching-Definitionen und Ethikkodices von Coaching-Verbänden: Dort steht in der Regel die Autonomie des Klienten im Vordergrund! Michael Loebbert stellt in seinem Buch „Coaching-Theorie“ auch sehr klar die Autonomie – die Wahrung und Vermehrung derselben – ins Zentrum seiner Überlegungen.

… bloß wohlfeiles Räsonieren

Natürlich besteht allgemein eine Gefahr der Instrumentalisierung von Coaching. Da sollte man nicht wegschauen. Doch die Perspektive sollte dahin ausgerichtet werden, wo es konkret werden kann: in den einzelnen Unternehmen – und nicht „intergalaktisch“. Unsere OSC-Autoren bauen nur einen Popanz auf, um anschließend genüsslich auf ihn einzudreschen. Ein durchschaubares und letztlich langweiliges Spiel.

Deutschland sucht den Super-Coach

XING hat der Coaching-Branche einen Bärendienst erwiesen, denn das Social Network sucht den Super-Coach. Und das geht so: In der Datenbank bei XING-Coaches tummeln sich in zwischen über 137.000 sog. Coaches. Was für eine Inflation! Vor nicht allzu ferner Zeit hat die Marburger Coaching-Marktstudie noch von ca. 8.000 Coaches gesprochen. Und ein Coaching-Premiumverband wie der Deutsche Bundesverband Coaching (DBVC) versammelt derzeit gerade einmal 361 Mitglieder.

„Das Hunderennen ist eröffnet“

Jetzt ruft XING-Coaches seine Mitglieder zum Ranking auf: Kennen Sie gute und professionelle Coaches? Dann geben Sie Ihre Stimme ab und tragen Sie so zur Qualitätssicherung im Coaching-Markt bei. „Das Hunderennen ist eröffnet“, habe ich das für MWonline kommentiert.

Affektlogik: Wut-Hass-Spiralen

Luc Ciompi & Elke Endert: Gefühle machen Geschichte_Die Wirkung kollektiver EmotionenBitter, wenn man so schnell von der Wirklichkeit (den Anschlägen in Brüssel) eingeholt wird … Am Abend vorher erst war mein Post bei MWonline erschienen. Ich muss zugeben, es hat etwas gedauert, bis ich Zeit fand, das Buch von Luc Ciompi & Elke Endert zur Affektlogik zu lesen. Es handelt von Wut-Hass-Spiralen als der Basis der Gewalt.

Verstehen und widerstehen

Die Ausführungen und die symmetrische Eskalation der Gewalt sind einleuchtend. Es bedeutet trotzdem eine Herausforderung für uns, sich nicht mitreißen zu lassen. Zum Verstehen sollte auch gehören, sich einzugestehen, dass wir unseren gesellschaftlichen Integrationsjob in der Vergangenheit nicht erfolgreich erledigt haben.

Übrigens habe ich mich an das Buch von Frantz Fanon „Die Verdammten dieser Erde“ – und natürlich an das Vorwort von Jean-Paul Sartre – erinnert; aber das wäre ja noch einmal eine ganz andere Geschichte.