Systemisches Coaching

Mit dem Begriff „systemisch“ werden meines Erachtens häufig recht schwammige Assoziationen verbunden. Ich beziehe mich auf die personorientierte Systemtheorie in der Tradition von Jürgen Kriz (2016). Sie ist meine konzeptionelle Heimat. Dies ist ein anspruchsvoller theoretischer Background, der mein Handeln rahmt. Systemisches Denken lässt sich nach Kriz durch vier Prinzipien charakterisieren:

  • Prozesse (statt „Dinge“)
  • Rückkoppelung/Feld (statt isoliert-mechanischer Wirkung)
  • Emergenz/Selbstorganisation (statt Determiniertheit)
  • System-Umwelt (Wechselwirkung)

Die Umsetzung in die Praxis habe ich in meinem Lehrbuch Systemisches Coaching. Psychologische Grundlagen (2. überarb. u. erw. Aufl.: 2020) dargelegt. Was bedeutet diese Orientierung für meine Coaching-Klienten?

Meine Einstellung zum Coaching

Coaching ist ein Prozess. Das Ziel ist Ihre Veränderung in die von Ihnen gewünschte Richtung. Dabei gehe ich von der Überzeugung aus, dass Sie grundsätzlich über alle Ressourcen verfügen, das Ziel zu erreichen. Wie die Metapher von den blinden Forschern und dem Elefanten lehrt, sehen wir Menschen aber oft nur, was sich in unserem Blickfeld ereignet. Daher ist es der Job des Coachs meist, den Blick zu weiten – mit Perspektiven- und Kontextwechsel zu experimentieren.

Business-Coaching ist nach meinem Verständnis ein Dialog auf Augenhöhe. Kompetenz trifft auf Kompetenz. Im systemischen Denken nennen wir es Koproduktion: Sie sind Experte für Ihren Arbeitskontext, ich begleite Sie bei der Entwicklung neuer hilfreicher Wahrnehmungen, Einstellungen und Verhaltensweisen.

Den „Stein der Weisen“ habe ich für Sie vermutlich nicht im Gepäck. Aber ich bin Expeditionsleiter auf Ihrer Lernreise. Und Moderator verschiedener Stimmen aus dem sozialen Umfeld sowie der unterschiedlichen Seelen, die vermutlich in Ihrer Brust wohnen.

Die Welt ist komplex und dynamisch. Wer erfolgreich agieren möchte, ignoriert dies nicht, sondern übt sich bescheiden darin, den „Tiger zu reiten“.

Mein fachlicher Hintergrund

  • Diplom-Psychologe (Universität Bonn)
  • Fachpsychologe für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie (DGPs/BDP)
  • Weiterbildung zum systemischen Organisationsberater (eurosysteam)
  • Diplom-Theologe (Universität Bonn)